Deine Mission steht, dein Alleinstellungsmerkmal auch, und die Preise deiner Pakete sind festgelegt. Bisher lief alles hinter den Kulissen, nun trittst du vor dein Publikum. Katrin Jahns erklärt im Video, wie du gleich zu Beginn möglichst viele Mitglieder gewinnst.
Warum der Start mehr verdient als eine Insta-Story
Für viele ist die erste Mitgliedschaft ein Experiment, und mit ihm kommt die Sorge, dass es schiefgeht. Da liegt es nahe, das neue Angebot leise in einer Insta-Story zu verkünden. Tu das nicht. Wer viele Mitglieder gewinnen will, macht aus dem Start ein Ereignis.
Bei größeren Medien mit einer bestehenden Community entscheidet sich gleich zu Beginn, ob eine Mitgliedschaft Erfolg hat. Auch kleinere Projekte tun gut daran, am Starttag und in der ersten Woche alle Kraft hineinzulegen. Wer nur hofft, dass die treuesten Fans schon irgendwie davon erfahren, verschenkt Geld.
Setz dir ein Ziel und einen festen Starttag
Das Ziel. Überleg dir, wie viele Mitglieder zum Start für dich ein Erfolg wären. Für einen groben Überschlag hilft eine Faustregel: 5 Prozent deiner Community unterstützen dich mit 5 Euro im Monat, wenn du sie fünfmal danach fragst.
Der Tag. Leg einen Tag fest, an dem du auf allen Kanälen für deine Mitgliedschaft wirbst. Am selben Tag setzt du den Link zu deiner Steady-Seite in jede Bio. Das gilt auch, wenn deine Pakete oder deine Steady-Seite schon länger online sind. Wann es wirklich losgeht, bestimmst du selbst.
Plane die ersten Wochen mit einem besonderen Angebot
Mit dem Starttag beginnt die Startphase. Sie dauert eine Woche, höchstens drei. In dieser Zeit sprichst du so oft über deine Mitgliedschaft, dass am Ende alle davon gehört haben.
Ein besonderes Angebot macht zusätzlich Appetit, etwa ein Extra für die ersten 50 Mitglieder, das es später nicht mehr gibt. Zum Beispiel:
- Merch, etwa eine Tasse
- eine gedruckte Ausgabe deines Magazins
- eine Einladung zu einem Call oder Event
- eine Gastmitgliedschaft zum Verschenken
Weil es das Extra nur kurze Zeit gibt, zögern die Leute weniger lange.
Gib den Leuten einen Grund, jetzt Mitglied zu werden
Einen solchen Grund liefert auch ein öffentliches Ziel. Erzähl deiner Community, wie viele Mitglieder du in der ersten Woche gewinnen willst; viele Fans helfen gern, es zu erreichen. Das funktioniert auch mit einem finanziellen Ziel, denn ohne dieses Geld kannst du nicht weitermachen. Wer helfen will, erzählt oft Freund:innen davon.
Ähnlich wirkt ein besonderer Anlass. Vielleicht feierst du bald dein fünfjähriges Bestehen. Vielleicht baust du dein Angebot aus und hast neben dem Newsletter jetzt einen Podcast. Auch ein politischer, gesellschaftlicher oder kultureller Grund kann tragen. Wer über rechte Rhetorik berichtet, kann vor einer Wahl starten, weil Aufklärung gerade dann gebraucht wird.
Wie du daraus eine ganze E-Mail-Serie mit Anlass, Anfang und Ende baust, steht in der Lektion zur Membership-Kampagne.
Erzähl deine Geschichte, am besten per Video und E-Mail
Nie wieder hören dir die Leute so gern zu wie zum Start deiner Mitgliedschaft. Nutze das und erzähl, was in deinen Paketen steckt, warum du Geld brauchst und warum du das alles machst.
Es ist ein guter Moment, in die Kamera zu sprechen, auch wenn du das sonst selten tust. Eine aufwendige Produktion braucht es nicht. Erzähl so, wie du es einer guten Freundin oder einem guten Freund erzählen würdest:
- was deine Mission ist,
- was dir deine Arbeit bedeutet und was sie anderen bedeuten kann,
- warum Leute aus deiner Sicht Mitglied werden sollten,
- warum du es verdient hast, für deine Arbeit bezahlt zu werden.
Mit plumper Werbung hat das nichts zu tun. Erzählen musst du es trotzdem, auch wenn alles schon auf deiner Steady-Seite steht. Hast du eine Paywall, hol jetzt deine Evergreens hervor, also die Beiträge, die deinen Leser:innen besonders gefallen haben. Was du Mitgliedern bieten kannst, steht in der Lektion Mache ein gutes Membership-Angebot.
Am besten erreichst du deine Community mit E-Mails und Direktnachrichten. Über Social Media Mitglieder zu gewinnen, ist deutlich schwerer.
Wirb auch nach dem Start regelmäßig
Mit der Startphase ist die Arbeit nicht getan. Es kommen immer neue Leute dazu, und die Faustregel vom fünfmaligen Fragen gilt weiter. Wie sehr sich häufiges Werben auszahlt, zeigt Katrin im Video mit Zahlen von Steady (Stand 2024). Nimm sie als grobe Richtung:
| Du wirbst für deine Mitgliedschaft … | Einnahmen im Vergleich zu monatlicher Werbung (laut Katrin) |
|---|---|
| einmal im Monat | Ausgangswert |
| einmal pro Woche | 30 Prozent mehr |
| täglich | 75 Prozent mehr |
Damit die Hinweise nicht untergehen, gib ihnen feste Plätze:
- Podcast: Erwähne deine Mitgliedschaft am Anfang, in der Mitte und am Ende jeder Folge. In der Mitte als vorab aufgenommenen Werbeblock, am Anfang und am Ende in eigenen Worten.
- Newsletter: In jeder Ausgabe ein Hinweis, am Anfang, am Ende oder an beiden Stellen.
- Online-Magazin ohne Paywall: ein Hinweis mitten im Artikel.
Die Hinweise müssen nicht immer gleich klingen. Erzähl, was du mit dem bisher verdienten Geld angefangen hast, oder danke neuen Mitgliedern. Du kannst auch ein Stück deines Alltags zeigen und wie viel Mühe in deiner Arbeit steckt. Warum es sich lohnt, Mitglieder lange zu halten, zeigt die Lektion Was ist ein Mitglied wert?
Wie viel Werbung ist genug?
Die Leute sind an Werbung gewöhnt, dein Hinweis bringt das Fass nicht zum Überlaufen. Außerdem verkaufst du keine Matratzen im Abverkauf. Du wirbst für Arbeit, die dein Publikum schätzt und hinter der du selbst stehst, und diese Arbeit verdient es, dass man für sie wirbt.
Katrin hat dafür eine Faustregel: Du machst genau dann genug Werbung, wenn es ein bisschen unangenehm wird oder schon zwickt. Fällt dir das auf Dauer schwer, dann gib wenigstens am ersten Tag und in der ersten Woche nach dem Start alles.
